Der SoVD-Landesverband begrüßt es sehr, dass die Stadtgemeinde Bremen weitere Trinkwasserbrunnen einrichten wird. Dies geht aus einer Mitteilung der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft über den Ausbau der öffentlichen Trinkwasserversorgung vom 7. Mai 2026 hervor. Danach sollen zusätzlich zu den bereits vorhandenen 21 Trinkbrunnen an zentralen Plätzen, in Parks und an stark frequentierten Orten im Jahr 2026 fünf weitere Standorte eingerichtet werden. Insgesamt sind 80 Brunnen geplant.
Diese sollen in maximal 15 Gehminuten Entfernung erreichbar sein, in besonders dicht besiedelten oder hoch frequentierten Stadtteilen innerhalb von 10 Gehminuten.
Konkret geht es derzeit um die Standorte Findorff an der Jan-Reiners-Lok, Arberger Dorfplatz, Gramkermoorer Landstraße sowie Huchting, Ortsteil Sodenmatt. Ein weiterer Standort befindet sich aktuell im Auswahlprozess. Bremen will damit ein deutliches Zeichen für Gesundheitsvorsorge, Klimaanpassung und Lebensqualität setzen.
Ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung
„Wir halten den weiteren Ausbau für einen bedeutenden Schritt in die richtige Richtung“, sagt der 1. Vorsitzender des Landesverbands, Joachim Wittrien, zu den Plänen. „Der Klimawandel und dessen Folgen haben zunehmend Einfluss auf die Gesundheit der Menschen. So ist Hitze schon heute das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Und die gesundheitlichen Risiken durch Hitze nehmen Jahr für Jahr zu!“
Aktuelle Studien wie der „Lancet Countdown Europe Report 2026“ belegen, dass im Vergleich zu den 1990er Jahren die Zahl extremer Hitzewarnungen um 318 Prozent auf durchschnittlich 4,3 Tage pro Jahr gestiegen ist. Ebenfalls die Zahl der Todesfälle: An den Folgen großer Hitze starben im Jahr 2024 nach Schätzungen europaweit über 62.000 Menschen.
Hitze ist ein Gesundheitsrisiko
Darüber hinaus wirkt große Hitze indirekt, indem sie zum Beispiel Herz- und Lungenerkrankungen verstärkt. Die sich daraus ergebenden Folgen treffen die vulnerabelsten Gruppen am stärksten: Säuglinge, ältere und Vorerkrankte sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen. Auch spielen soziale Ungleichheiten eine immer größer werdende Rolle: Haushalte mit niedrigerem Einkommen sind durch Ernährungsunsicherheiten, Wohnlage und medizinische Versorgung stärker betroffen. Krankheitsrisiken verändern sich ebenfalls zum Beispiel durch eine erhöhte Gefahr der Verbreitung von Infektionskrankheiten.
Hitze kann für jeden gefährlich werden, und das Risiko wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Eine Verminderung der gesundheitlichen Belastungen ist jedoch möglich, beispielsweise durch Verringerung der Luftverschmutzung im Energie- und Verkehrssektor.
Landesverband fordert kommunale Hitzeaktionspläne
Daher fordert der SoVD schon seit längerem Hitzefrühwarnsysteme und verstärkte Schutzmaßnahmen. Der 1. Landesvorsitzende Joachim Wittrien: „Nach unserer Auffassung ist es dringend erforderlich, konsequent zu handeln. Es darf nicht nur dabei bleiben, weitere Trinkwasserbrunnen zu installieren - wir benötigen flächendeckende kommunale Hitzeaktionspläne. Dazu sind umfassende Aufklärungs- und Informationskampagnen in Bildungseinrichtungen und sozialen Einrichtungen erforderlich. Die Entwicklung einer klimagerechten Stadt muss das Ziel der Stadtplanung und aller Maßnahmen sein!“
