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Ein Drittel der Menschen im Land Bremen befürchtet den sozialen Abstieg

Pressemeldung

Die Ergebnisse der Civey-Umfrage im Auftrag des SoVDs – ein Weckruf für die Politik?

Die Angst vor einem sozialen Abstieg ist in Deutschland weit verbreitet. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage, die der Sozialverband Deutschland (SoVD) beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben hat. Fast 40 Prozent der Befragten blicken mit Sorge auf das Jahr 2026 und befürchten finanzielle Einbußen sowie Einschränkungen bei sozialer Teilhabe. Im Land Bremen gaben 32,7 Prozent der Befragten – also rund ein Drittel der Menschen in Bremen und Bremerhaven – an, ihre Sorge sei diesbezüglich „sehr groß" oder „eher groß". 

Einzelne Gruppen stechen bei den bundesweiten Ergebnissen besonders hervor. So gibt bei den unter 40-Jährigen etwa jeder/jede Zweite an, große Sorgen vor einem sozialen Abstieg zu haben - bei den über 65-Jährigen waren es knapp 29 Prozent. Auch Frauen äußern mit rund 43 Prozent deutlich häufiger große Sorgen als Männer (35 Prozent). In Haushalten mit Kindern liegt der Anteil der Besorgten bei rund 47 Prozent, in Haushalten ohne Kinder waren es rund 36 Prozent. Besonders hoch ist die Sorge bei Arbeiterinnen und Arbeitern: Rund 56 Prozent von ihnen geben an, große Sorgen vor einem sozialen Abstieg zu haben. 

„Die Umfrage unterstreicht die Eindrücke, die uns täglich von unseren Mitgliedern in den SoVD-Sozialberatungsstellen geschildert werden, und verdeutlicht das Ausmaß sozialer Verunsicherung in unserem Land“, sagt Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des SoVD. Die Politik müsse auf dieses Ausmaß an Abstiegsängsten mit konkreten Maßnahmen reagieren.

Joachim Wittrien, 1. Vorsitzender des SoVD-Landesverbands Bremen pflichtet ihr bei: "Wir benötigen keine Vorschläge der Wirtschaftslobby für die Finanzierung unseres Sozialstaats – wir brauchen passgenaue Gesetze! Dazu gehören beispielsweise ein erhöhter Mindestlohn, gezieltere Investitionen in den Bildungsbereich sowie in verlässliche Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade junge Menschen brauchen in der heutigen Zeit Sicherheit. Damit können wir verhindern, dass sie sich extremen ‚Heilsbringern` zuwenden. Auch deshalb erwarten wir von der Politik ein zügiges und konkretes Handeln!“

Ansprechpartner: Joachim Wittrien, 1. Landesvorsitzender, Telefon 0421-163849-34

Statistische Angaben bei Erhebungen mit regionalen Ergebnissen

Civey hat für den Sozialverband Deutschland vom 29.01. bis 31.01.2026 online 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 16 Jahren befragt. Die Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer sind repräsentativ auf Basis einer modellbasierten, statistischen Methode für kleine Datenräume. Der statistische Fehler auf Ebene der Bundesländer liegt bei 6,2 Prozentpunkten. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier.