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Pressemitteilung vom 14.11.2011

"Die Patienten dürfen nicht leiden" - Sozialverband Bremen fordert mehr Transparenz bei der Klinikreform

In der Theorie hört es sich immer so schön an: Zwei Kliniken werden zusammengelegt, Stationen „konzentriert“, Strukturen gestrafft – ungefähr so stellen es sich jedenfalls die Verantwortlichen auch bei der Bremerhavener Klinikreform vor. Doch die Realität ist oft eine andere: Zusammenlegungen werden meist auch gleich zum Einsparen von Personal genutzt, eine Zentralisierung von Stationen bedeutet nichts anderes als eine schlechtere Vor-Ort-Betreuung.

Vor diesem Hintergrund warnt der Landesgeschäftsführer des Sozialverbandes Bremen (SoVD), Lars Müller, eindringlich davor, die von allen Beteiligten oft zitierte Verantwortung gegenüber den Mitarbeiteten auch tatsächlich wahrzunehmen: „Die Reform kann und darf keine Reduzierung des Personals bedeuten, das würde die ohnehin dünne Personaldecke nur noch mehr schmälern - und damit die Qualität senken.“ Im Krankenhauswesen darf niemals nur nach nackten Zahlen entschieden und gehandelt werden, denn: „Es geht hierbei um den Dienst am Menschen. Die Patienten dürfen nicht leiden, eine würdevolle Patientenpflege muss sichergestellt sein“, so Lars Müller.

Neben den Patienten geht es dem SoVD-Landesgeschäftsführer aber auch um die rund 2600 Bremerhavener Klinikmitarbeiter. „Die Mindestlohndiskussion darf natürlich auch hier nicht außen vor bleiben.“ Sonst hätte man zwar vielleicht „gestraffte Strukturen“ geschaffen, wie es Uwe Bielefeld, Vorsitzender der Stiftung DRK-Krankenanstalten Wesermünde, formuliert hat. Am Ende aber womöglich wie so oft auf Kosten eines einseitig gestraf(f)tem Personals.

Lars Müller fordert in diesem Zusammenhang beim weiteren Umsetzen der Klinikreform absolute Transparenz - auch und vor allem gegenüber den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit. „Wenn Strukturen geschaffen werden sollen, die weit über Bremerhaven hinaus leuchten, so kann das nur durch zufriedene Patienten und motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erreicht werden“, so der SoVD-Landesgeschäftsführer. Unsichere Zeitverträge hingegen motivieren die Mitarbeiter nur in einem geringen Maße – wenn überhaupt.