Rund 4500 Teilnehmende hatten sich in diesem Jahr laut Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur zentralen Kundgebung auf dem Bremer Domshof versammelt. Den Platz säumten verschiedene Infozelte lokaler Organisationen. Auch der Landesverband war mit einem Stand vertreten. Zur Standcrew zählten Monika Brethauer, Jochen Ehlers, Jens Kerber, Klaus Möhle, Uwe Poggenhorn, Udo Schmidt und Thomas Schwerdtner.
Heftige Kritik der Gewerkschaften
Das diesjährige Motto lautete „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. Reden hielten unter anderem Martin Burkert, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die Bremer IG Metall-Geschäftsführerin Ute Buggeln und der Bremer DGB-Vorsitzende Christian Wechselbaum. Die Forderung nach sicheren, guten Jobs stand im Mittelpunkt der Reden. Wie schon viele Banner und Plakate der Teilnehmenden des Demonstrationszuges deutlich machten, gab es von Seiten der Gewerkschaft heftige Kritik am Kurs der Bundesregierung.
Daran, dass „Eigentum verpflichtet“ (Artikel 14 im Grundgesetz) erinnerte Ute Buggeln in ihrer Rede. Sie kritisierte den massiven Arbeitsplatzabbau in der Industrie, der durch Verlagerung der Produktion ins Ausland entstehe. Verantwortungsbewusstes Handeln sieht ihrer Meinung nach anders aus. „Es geht vor allem darum, dass das Verhalten der Unternehmen – gerade in solchen Krisenzeiten – maßgeblich dazu beiträgt, dass unsere Demokratie stabil bleibt oder nicht“, sagte Buggeln. Landesschatzmeister Klaus Möhle teilte den Ansatz der Bremer IG Metall-Chefin: „Ihre Rede brachte eine gesellschaftspolitische Dimension zur Sprache, die nicht oft zu hören ist“, sagte er.
Die beiden anderen Redner kritisierten unter anderem die teure Energieversorgung, eine Gesundheitsreform zulasten der Arbeitnehmenden und die fehlende Besteuerung von Vermögenden und Superreichen.
Diskussionen am SoVD-Stand
Diese und andere Themen wurden auch am Stand des Landesverbands diskutiert. „Ich habe an diesem 1. Mai viele empörte Menschen erlebt“, berichtete Klaus Möhle nach der Kundgebung. „Aber auch einen gut gelaunten Bürgermeister“, fügte er verschmitzt hinzu. Dr. Andreas Bovenschulte komme jedes Jahr auf einen Schnack beim SoVD-Stand vorbei, verriet er. Er sei einer von vielen Gästen am Stand, die die Aktivitäten des SoVDs unterstützten. „Wir müssen auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten und uns gegenseitig Mut machen“, lautete das Fazit des 1. Landesvorsitzenden Joachim Wittrien, „so, wie die Gewerkschaften der Regierung zum 1. Mai die rote Karte gezeigt haben, machen auch wir als Sozialverband deutlich, dass die Errungenschaften unseres Sozialstaats nicht verhandelbar sind.“
